Harmoniefee

Vegan für Einsteiger: Ideen für eine optimale Umstellung

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Was ist kognitive Dissonanz? Betrifft sie dich?

Einer der häufigsten Gründe, warum Menschen (vielleicht auch du) sich für einen vegetarischen oder veganen Lebensstil nicht entscheiden – obgleich sie es sich theoretisch wünschen – ist, weil sie es zu schwer finden. Sie haben gewisse Gewohnheiten, Routinen, und einen limitierten Kenntnisstand.

Es würde so viel Zeit und Mühe in Anspruch nehmen, das gaaaanze System neu zu ordnen, um vegan zu leben und es dann Anderen zu erklären. Vielleicht kennst du das schon. Du fühlst dich als Anfänger wie eine Person, die nie in die Berge gewandert ist und plötzlich Mount Everest erobern möchte.  Nichts kann falscher sein!

Anfänger

Wenn du dieser Ausrede glauben würden, würdest du überhaupt nichts mehr allgemein im Leben ändern. Deren Umsetzung wäre anscheinend zu schwierig. Dadurch entsteht diese kognitive Dissonanz.

Deine eigenen Gefühle/ Werte/ Überzeugungen sind nicht in perfektem Einklang mit den eigenen Entscheidungen/ Handlungen. Das empfinde ich persönlich als sehr unangenehm. Ich habe den Eindruck, ich lüge mich an oder nur ein Teil meines Ichs darf ich ausdrücken.

Kognitive Dissonanz

Optimale vs. suboptimale Lösung

Optimal bedeutet in diesem Kontext, dass du gleich, wenn du die Wahrheit über die Ausbeutung der Tiere und Herstellung der üblich konsumierten Lebensmittel erfährst, als Anfänger im veganen Lebensstil:

  • alle eigenen Kleidungsartikel aus Wolle, Leder usw. verschenkst,
  • dich nur für den Erwerb von pflanzlicher Nahrung bzw. Produkte entscheidest (die ohne Tierleid hergestellt wurden)
  • und natürlich schnell auch die Familienmitglieder und Freunde mit rationalen Gründen inspirierst, genauso zu machen.

Überfordert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Menschen sind aber im Allgemeinen nicht dazu fähig/ bereit, so schnell fundamentale Lebensgrundsätze zu ändern. Ich bin schon seit einigen Jahren Veganerin, aber auch für mich wäre das eine Riesenlast. Der Gedanke, mein Leben komplett umzustellen fühlt sich, ehrlich gesagt, unangenehm, schweeeer an. Auch wenn ich fest überzeugt von deren positiven Auswirkungen bin.

Understanding the difference between healthy striving and perfectionism is critical to laying down the shield and picking up your life. Research shows that perfectionism hampers success. In fact, it’s often the path to depression, anxiety, addiction, and life paralysis.

― Brené Brown, The Gifts of Imperfection: Let Go of Who You Think You’re Supposed to Be and Embrace Who You Are

Wenn du dich gründlich informiert hast und verstehst

  1. was in Wirklichkeit in der Industrie für die Herstellung von Fleisch- und Milchprodukten passiert,
  2. welche Folgen das nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für die hilflosen Tiere und die Umwelt hat und
  3. du davon wirklich überzeugt bist , dass du einen (kleinen) Unterschied machen kannst,

solltest du suboptimal handeln.

Meine 5 Tipps für Newbies im Veganismus

1. Handle, als wäre das Scheitern unmöglich. 

Das klingt auf den ersten Blick ein wenig widersprüchlich und sehr negativ … wie also suboptimal?

Suboptimal bedeutet, dass du dein riesiges Ziel in kleiner Ziele einteilst und dadurch Scheitern komplett ausschließt. Du willst nicht von heute auf morgen alles perfekt machen (egal wie gut deine Absichten sind).

Du willst nicht gleich die gaaaanze Welt ändern. Du triffst die Entscheidung und planst realistisch, jeden Tag Ameisenschritte zu machen. Du beginnst mit einem einzigen Schritt.

Dein Körper fühlt bestimmt gerade viel Erleichterung, Entspannung, Ermunterung bei jedem kleinen Erfolg. So schaffst du es bestimmt! 🙂

Beispiele:

  • In den ersten 30 Tagen benutze statt Butter für den Kuchen Kokosöl…das schmeckt eigentlich auch besser.
  • In den nächsten 2 Monaten wähle wöchentlich einen Tag, an dem du dich nur pflanzlich ernährst und neue Gerichte ausprobierst (es gibt mittlerweile zahlreiche Food Blogger). Der Mut wächst, dein Körper passt sich allmählich an die neue Ernährungsweise an.
  • Im 4. Monat verschenkst du deinen alten Ledergürtel/ deine alten Schuhe (die du nicht mehr gebrauchst). Du kaufst dir stattdessen Lederballerinas, schöne und qualitativ gute Schuhe aus Kunstleder…die sehen chic aus und sind preisgünstiger.
  • Nach noch einem Monat probierst du unterschiedliche pflanzliche Getränke: Kokos, Hafer, Soja usw. Manche schmecken überraschend gut. Andere kann man vielleicht nur für Kekse oder Cookies benutzen. Man muss auch nicht alles mögen. Aber ich finde es dennoch spannend, rumzuexperimentieren.

Schritte

 

 

 

 

 

 

 

2. Ernähre dich einen Monat lang nur mit veganen Produkten.

Bevor du entscheidest, ob dieser Lebensstil passend für dich ist oder nicht, gib diesem Lebensstil eine echte Chance.

Du wirst danach besser beurteilen können, inwiefern die pflanzliche Ernährung was für dich ist. Dein Körper hat Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Bei manchen von euch verschwindet der Appetit nach Fleischprodukten nicht, aber viele bemerken, wie leicht es ist, schnell satt für längere Zeit zu werden und den ganzen Tag voller Power zu sein.

Vegan 1

 

 

 

 

 

 

3. Probiere jede Woche ein neues, spannendes Gericht. 

Entdecke, was dir wirklich guttut und schmeckt. Mach ein Abenteuer daraus, sei neugierig. Und hab Geduld mit dir, du kennst dich und deinen Körper am besten! Niemand kann dir sagen, was passend für dich ist und was nicht.

Wenn dir Tofu nicht schmeckt, dann iss ihn einfach nicht. Vielleicht hast du dich mittlerweile schon in Kokosmilch oder Quinoa verliebt.

4. Lass dich auf keinen Fall von “extremen” Personen beeinflussen.

Umgebe dich von Menschen, die sich schon sehr viel mit diesem Thema auseinandergesetzt haben und aus Erfahrung sprechen. Gut wäre es, dich nicht von radikalen Personen zu umgeben, die deinen Appetit auf Bratwurst oder Schinken als Schwäche bzw. Mitleidlosigkeit betrachten und dich offen dafür kritisieren.

Tausch dich auch mit Anfängern wie du aus, die die Schwierigkeit verstehen, wenn man auf vegane Ernährung umstellt. Du kannst vegane Kochabende mit deinen neuen Freunden organisieren und deine alten einladen.

Viele sind sich gar nicht bewusst, dass sie bereits vegane Gerichte wie Reis mit Gemüse oder Nudeln mit Champignons und Tomatensoße bereits regelmäßig essen. So können deine omnivoren Buddys selber feststellen, dass es im Veganismus nicht nur um Verzicht geht, sondern auch um echten Genuss.

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5. Versuch die Tierwelt besser zu verstehen.

Informiere dich! Schau dir einmal pro Monat ein Doku über Tiere an. Und nicht nur traurige über Massentierhaltung, sondern auch wie intelligent die Tiere sind, wie sie fühlen und wie sehr sie Menschen ähneln, z.B. hier).

Tiere kennenlernen

Fazit

Manchmal ist suboptimal die optimale Lösung.

Handle also suboptimal und die Ergebnisse werden gewiss sichtbar mit der Zeit!

Dein Körper wird dir eines Tages danken. Auch die Tiere und die Natur.

Welche Herausforderungen hast/ hattest du bei der Umstellung auf pflanzlicher Ernährung?

Was hat dir damals geholfen/ hilft dir jetzt?

Wo hast du Unterstützung bekommen?

Hinterlasse unten einen Kommentar über deine Geschichte! 🙂

Bleib lebensfroh!

Deine Harmoniefee

* Vegan zu leben, bedeutet NICHT besser als Andere zu sein; es ist eine Wahl, die nicht für alle Menschen (aus unterschiedlichen Gründen) passend ist – für mich ist es zweifelsfrei eine große Bereicherung! I 💚 vegan food!
 

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